Ich habe ein bisschen gezögert, dieses Buch einzustellen, weil es mir -- Ihr könnt es sicher nachvollziehen -- ein wenig peinlich ist, aber dann dachte ich: Steh' zu Deinen Guilty Pleasures!
Wobei "pleasure" schon auch doll aus dem Fenster gelehnt ist. Als ich vor einigen Wochen meinen neuen eReader in Empfang nahm, befand sich darauf ein kostenloses Probeabo für einen Online-Buchservice, bei dem dieses Werk als besonderer Highlighttitel beworben wurde. Da ich beim Herumstöbern in örtlichen Buchläden gesehen hatte, dass die genannte Autorin mit gleich mehreren Titeln in der Bestsellerliste vertreten ist, griff ich dann auch direkt zu. Mir war dabei schon klar, dass es keine anspruchsvolle oder sonderlich inspirierende Leseerfahrung werden würde, aber vielleicht, so mein spontaner Gedanke, verhilft mir ein packender "Wegwerf-Thriller" ja zu einem gelungenen Wiedereinstieg ins Lesehobby...
Ich würde mal sagen, dass dieses Experiment ein halber Erfolg war. Grundsätzlich muss ich festhalten, dass das Buch wirklich ziemlich schlecht geschrieben ist, und ich (erstaunlicherweise) insbesondere die weibliche Protagonistin extrem fragwürdig gestaltet fand; auch wenn das ein harter Vorwurf ist, aber teilweise scheint mir Ms. McFadden selbst in den krudesten sexistischen Vorurteilen gefangen zu sein. Zudem kann ich retrospektiv festhalten, dass ich ca. 8 von 10 Twists des Romans recht schnell erraten hatte, sodass auch die werbewirksame Ankündigung, man werde von den Überraschungen der Handlung kalt erwischt, bei mir nicht zutrifft.
Aber es wäre auch heuchlerisch zu verleugnen, dass ich nach ersten Startschwierigkeiten die letzten 200 Seiten dann in einer einzigen nächtlichen Sitzung weggelesen habe. Währenddessen fühlte ich mich die ganze Zeit ziemlich stumpf manipuliert (Kapitel enden gern mal auf nebulöse Ankündigungen à la "Doch sie konnte noch nicht ahnen, was sie am nächsten Abend erfahren würde", "Hätte sie nur geahnt, dass er noch sein wahres Gesicht zeigen würde", "Dieses Geheimnis dürften alle anderen nie erfahren!" etc.)... ein bisschen so, wie wenn man ein billiges Handyspiel spielt und sich von den dauernd neu aufploppenden Geschenken und Boni reinlegen lässt. Aber naja, letztlich bin ich dann eben doch -- in Film, TV und Literatur -- ein ganz schöner Liebhaber von Twists über Twists über Twists


PS: Ich habe dann übrigens anschließend noch ein zweites McFadden-Buch gelesen, das war aber *noch* stupider und vorhersagbarer, sodass ich dann doch aufgegeben habe -- und mich mit dem Oeuvre der Autorin eher nicht weiter beschäftigen werde. Selbst "Poollektüre" wäre da noch zu nett formuliert.
Wobei "pleasure" schon auch doll aus dem Fenster gelehnt ist. Als ich vor einigen Wochen meinen neuen eReader in Empfang nahm, befand sich darauf ein kostenloses Probeabo für einen Online-Buchservice, bei dem dieses Werk als besonderer Highlighttitel beworben wurde. Da ich beim Herumstöbern in örtlichen Buchläden gesehen hatte, dass die genannte Autorin mit gleich mehreren Titeln in der Bestsellerliste vertreten ist, griff ich dann auch direkt zu. Mir war dabei schon klar, dass es keine anspruchsvolle oder sonderlich inspirierende Leseerfahrung werden würde, aber vielleicht, so mein spontaner Gedanke, verhilft mir ein packender "Wegwerf-Thriller" ja zu einem gelungenen Wiedereinstieg ins Lesehobby...
Ich würde mal sagen, dass dieses Experiment ein halber Erfolg war. Grundsätzlich muss ich festhalten, dass das Buch wirklich ziemlich schlecht geschrieben ist, und ich (erstaunlicherweise) insbesondere die weibliche Protagonistin extrem fragwürdig gestaltet fand; auch wenn das ein harter Vorwurf ist, aber teilweise scheint mir Ms. McFadden selbst in den krudesten sexistischen Vorurteilen gefangen zu sein. Zudem kann ich retrospektiv festhalten, dass ich ca. 8 von 10 Twists des Romans recht schnell erraten hatte, sodass auch die werbewirksame Ankündigung, man werde von den Überraschungen der Handlung kalt erwischt, bei mir nicht zutrifft.
Aber es wäre auch heuchlerisch zu verleugnen, dass ich nach ersten Startschwierigkeiten die letzten 200 Seiten dann in einer einzigen nächtlichen Sitzung weggelesen habe. Währenddessen fühlte ich mich die ganze Zeit ziemlich stumpf manipuliert (Kapitel enden gern mal auf nebulöse Ankündigungen à la "Doch sie konnte noch nicht ahnen, was sie am nächsten Abend erfahren würde", "Hätte sie nur geahnt, dass er noch sein wahres Gesicht zeigen würde", "Dieses Geheimnis dürften alle anderen nie erfahren!" etc.)... ein bisschen so, wie wenn man ein billiges Handyspiel spielt und sich von den dauernd neu aufploppenden Geschenken und Boni reinlegen lässt. Aber naja, letztlich bin ich dann eben doch -- in Film, TV und Literatur -- ein ganz schöner Liebhaber von Twists über Twists über Twists


PS: Ich habe dann übrigens anschließend noch ein zweites McFadden-Buch gelesen, das war aber *noch* stupider und vorhersagbarer, sodass ich dann doch aufgegeben habe -- und mich mit dem Oeuvre der Autorin eher nicht weiter beschäftigen werde. Selbst "Poollektüre" wäre da noch zu nett formuliert.
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