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Das Damengambit   (The Queen's Gambit)
2020 – 2020
Genres
Drama | Historie
Umfang
7 Folgen (in 1 Staffel)
Cast
Anya Taylor-Joy, Bill Camp, Moses Ingram, Christiane Seidel, Rebecca Root, Isla Johnston, Thomas Brodie-Sangster
Inhalt
Elizabeth „Beth“ Harmon wächst in den 1950er Jahren als Waise in einem Waisenhaus in Kentucky auf. Dort entdeckt sie ihr Talent zum Schachspiel und möchte in diesem männerdominierten Sport bestehen und Weltmeisterin werden. Dabei verstärkt ihr Hang zu Rauschmitteln zwar ihre Obsession für das Schachspiel, steht ihr aber auch im Weg...
Hafen-Bewertung für diese Serie:
basierend auf 4 Stimme(n)
  • 4 Bewertung(en) - 4.5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
4.5 / 5
Deine Wertung:

#1
Diese siebenteilige Miniserie basierend auf dem gleichnamigen Buch hat bei mir definitiv Eindruck hinterlassen, was ca. zu 87,5% der fantastischen Hauptdarstellerin Taylor-Joy zu verdanken ist. Mit ihren riesigen Rehaugen und feinsten Mikroexpressionen lässt sich uns an der Reise der (fiktiven) Beth Harmon intensiv teilhaben. Und ja, auch für Nicht-Schach-Freunde wird's in den detailliert dargestellten Schachduellen nicht langweilig!

Wertung 5 von 5Minus
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#2
Die Serie war der absolute Hammer! Selbst Menschen die so gar nichts mit Schach zu tun haben (ICH) werden sofort in die Karo-Welt hineingesogen. Wie @JP schon schrieb, Anya Taylor-Joy liefert eine brillante Leistung ab und ich sah mich immer wieder im russischen Publikum sitzen und sie anfeuern  Zwinker Tolle Darstellung auch von "Hochmut kommt vor dem Fall" -- Binge-Potenzial! Wertung 5 von 5
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#3
Vor dem Lesen des Urbuches (im Erstpost oben verlinkt) hätte ich die obigen Aussagen voll unterschrieben - die Serie hatte einen erstaunlich motivierenden Effekt auf meine sehr vertrockneten (Anfänger!-)Schachkünste in dem Sinne dass ich anfing mehr nachzulesen über aktuelle MeisterInnen, und die Schachszene allgemein (und lange überlegte, ob ich mich nochmal ins Spiel hinein stürze!)... Das war auch der Zeitpunkt ca. wo ich hier im 'Hafen auf den angedeuteten Schummelskandal um den aktuellen Schachweltmeister (genauer: was er jemand anderem, noch sehr jungen, Meister vorwarf) hinwies. Königlich 

Aber nach dem Lesen neulich hab ich die Serie nochmal gescannt* und fand dann doch einige Mankos daran, die mir im 1. Fan-Rausch nicht aufgefallen waren: Dass Einiges getan wurde um Beth sexier zu machen (was m.E. nicht die Intention des Autors war, zumindest im "blinden" Medium Buch), nicht nur die zugegeben gesitteten Sexszenen, sondern auch manche Kamerapositionen z.B. als sie ihren Alko-Binge erlebt. Dass so gut wie alle Frauenrollen feministisch-freundlich aufgemotzt wurden, was grunds. Ok ist, aber mindestens eine Kontrahentin Beths in frühen Jahren praktisch in ihrer Wirkungsart umkehrt. Dass diese Zusatz-Arc am Ende mit der wahrscheinlichen russischen Agentin dazu gedichtet wurde (wohl weil die MacherInnen den Stoff doch nicht spannend genug fanden?). Auch finde ich im Buch keinen Hinweis darauf, dass das Ganze in den 50ern & 60ern stattfand - diese modische Retroverschiebung wurde m.E. auch wieder wg. des Looks, also wg. Zuschauerschaft-Trends unter Teens & Twens im Moment, vollzogen. (Und ältere Leut' fanden das bestimmt auch ganz nett.)

Gut fand ich allerdings dass deutliche LGBTQ-Aspekte eingebracht wurden, die sich der Autor damals wohl nicht getraut hätte. Die führen allerdings in einem Fall dazu, dass ihr ehemalig Angehimmelter am Ende einen kurzen wenig glaubhaften Moment durchlebt, als sie ihn umarmt. Aber das ist eine Kleinigkeit.

(Late edit zu den letzten 2 Absätzen: Mir ist nat. klar, dass ich hier den Kardinalfehler begehe, den tollen ursprünglichen Text mit den späteren bewegten Bildern zu vergleichen. Man rechne es mir - negativ? - an darauf, dass ich das Buch nachträglich so toll fand... Awkward!)

Taylor-Joy ist schon das perfekte Casting, v.a. aus Sicht des Drehbuchautor-Regisseurs, denn ich denke er wollte dass Beth eine wirkliche Schönheit ist, m.a.W. eine klassische Hässliches-Entlein-Geschichte erzählen. Die Schauspielerin macht auf mich den Eindruck, dass sie schon ein wenig so ein schlauer Introvert ist wie Beth, aber sie ist eben auch ein Fast-Supermodel, das sich fürs Schaupielen entschieden hat. (Ich finde sie anderswo so ca. 50% der Zeit richtig gut, z.B. in dem Nicht-ganz-MCU-Film New Mutants! Liebe)

Dass der Regisseur dauernd behauptet es ginge in dem Buch - und daher wohl auch in der Serie - gar nicht vorrangig um Schach, auch nicht zweitrangig so oft wie er das in Interviews wiederholt, finde ich ärgerlich. In der Serie war mir der Schach-Aspekt genauso wichtig wie irgendwas Anderes, und das scheinen ja Abertausende von ZuschauerInnen ähnlich zu sehen, nach neusten Zahlen von Nun-Interessierten (Käufe des Spiels, Mitgliedschaften bei Chess.com, usw.) zu urteilen. Im Roman ist die Schachseite nochmal deutlich stärker! (Es hilft also mindestens die Grundregeln des Spiels zu kennen!)

Trotzdem war die Serie m.E. ein (auch feministischer) Meilenstein, in der Geradheit wie alles aus Sicht der Protagonistin erzählt wird, auf dem Weg von einem "unwichtigen" Mitglied der Gesellschaft (also gleichnisweise eine Bäuerin) zur 1. Frau, die

einen Weltmeister schlägt (also dann die weiße - s. Outfit am Ende - Königin).
Ob das wirklich der Grund ist warum es 7 Folgen gibt, die 7 Schritte die ein Bauer braucht um in eine Königin umgewandelt zu werden (wenn man die Umwandlung selbst auch als 1 Schritt zählt)? Das wäre wirklich cool! Daumen hoch!

Ich überleg noch ob ich mir die DVDs dazu anschaffe... (Late edit: Es gibt keine!!)

Daher: Wertung 4 von 5

(* mit Hilfe der 3-YT-Clips der Reactionista "Popcorn in Bed" -
zum Schnelldurchsehen eines bereits in der Langfom gesehenen Stoffs sind YT-Reactions echt nützlich! Peinlich)
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[Kube]
Dieser Beitrag gefällt:    JP, kevers
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#4
Ein toller in-depth-Beitrag, vielen Dank dafür Liebe
Dieser Beitrag gefällt:    Kubrickian
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#5
Hier noch ein m.E. cooler film-analytischer YT-Beitrag zu einer relativ frühen Szene in der Serie, der unterstreicht dass Schach als zentrales Thema in einem Film hilft das "show don't tell"-Prinzip (das ja m.E. ein wesentlicher Aspekt des Urbuches ist) auch audiovisuell einzusetzen: Sozusagen "show chess & chess players' faces, don't speak"! Trotz Daumen hoch!

Ich bin nicht in allem der Meinung des Beitragenden (wie gesagt, das Schachspiel selbst spielt m.E. sehr wohl eine wichtige Rolle - wie er ja selber auch am Ende bei der Nebeneinanderstellung der weißen Königin und des schwarzen Königs demonstriert), aber finde den Beitrag trotzdem bemerkenswert. Er hat mir beigebracht, dass die MacherInnen doch das Spiel an sich respektiert haben, allerdings ohne dies in Interviews zu betonen (?!)...

N.B.: In den letzten 2 Minuten wird für die Sonderstreaming-Site Mubi.com geworben; da kann mensch ruhig abschalten wenn nicht von Interesse.
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Dieser Beitrag gefällt:    kevers
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