Fernhafen
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Die spezielle Nennung von weiblichen Formen bei Wörtern - wie stehst Du dazu?
 
Ich bin für die doppelte Nennung: "Liebe Studentinnen und Studenten"
Ich bin für die sog. Geschlechterlücke: "Liebe Student_innen"
Mir ist das ganze Thema ziemlich egal.
Ich finde die Idee löblich, aber zu unpraktikabel.
Ich finde die Idee nicht gut.
Andere Meinung (siehe Diskussion)
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Offline Jon
Hafenentdecker

Beiträge: 451
Erhaltenes Lob: 215
   05.05.2014 | 21:00 Uhr
Heute möchte ich mal eine Umfrage zu einem Thema starten, mit dem ich mich immer mal wieder sehr intensiv auseinandersetze.

Um die Abstimmung nicht gleich in die eine oder andere Richtung zu verschieben, möchte ich meine Meinung erst mal einige Momente zurückhalten.


Noch kurz zur Erklärung zum Thema "Geschlechterlücke" (Option 2): Hierbei handelt es sich um die Forderung, bei der sprachlichen Anpassung auch jene Personen, die sich weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, nicht zu diskriminieren. Entsprechend soll durch die Form "Liebe Student_innen" auch eine Inklusion von z. B. transsexuellen Personen geschaffen werden.
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

Beiträge: 372
Erhaltenes Lob: 105
   06.05.2014 | 07:05 Uhr
Aber es fehlt doch dieser neue "Studierx"-Vorstoß? War gerade vor einigen Tagen in den Zeitungen - z.B. in der v. mir abonnierten...

P.S.: Ach so... es geht in der Umfrage ja ausdrücklich um d. "weibliche Nennung". Gut - gäbe es wirklich nur d. obigen Optionen & nur d. 'Hafenarbeiter_innen könnten darüber deutschlandweit entscheiden... nähme ich - ihr habt's erraten Juchu - Option 2. (Wie spricht mann das aus?)
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Jon
Offline Haarspalter
Schreiberling

Beiträge: 65
Erhaltenes Lob: 49
   07.05.2014 | 21:52 Uhr
Mir ist es eigentlich egal - aber da es anscheinend ein Thema ist, das immer mehr Menschen angreift, weil ihr Geschlecht nicht explizit genannt wird, finde ich es recht elegant wenn man zu Beginn eines Textes mit vielen Nennungen von bestimmten Personengruppen darauf hinweist, dass man zwar z.B. "Student" schreibt, aber selbstverständlich alle Geschlechter gemeint sind - Student und Studentin, Teilnehmer und Teilnehmerin, Kollege und Kollegin ...

Begründung: Ich finde es sehr hässlich wenn man ständig beide Geschlechter mit einem separaten Wort benennt und die Geschlechterlücke noch viel hässlicher - es unterbricht einen m.E. im Lesefluss...

Wenn allerdings eine bestimmte Personengruppe nur in der Überschrift angesprochen werden soll, würde ich "Liebe Studentinnen und Studenten, ..." bevorzugen.
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Offline Calpurnia
Abenteurer

Beiträge: 153
Erhaltenes Lob: 63
   08.05.2014 | 01:06 Uhr
Ich finde die Doppelnennung und die Geschlechterlücke - zumindest in Massen - auch recht hässlich. "Studierx" klingt komisch, ich hätte aber generell nichts gegen einen Versuch, mehr geschlechtsneutrale Begriffe / Pronomen einzuführen. Scheint ja gut geklappt zu haben in Schweden.

An meiner Fachhochschule wird empfohlen, in Texten z.B. das neutrale "Studierende" zu verwenden. Sowas könnte man auch für "Teilnehmende", "Lehrende" und so weiter benutzen. Ein viertes Pronomen zu erfinden (er, sie, es, ?) stelle ich mir schwieriger vor ... da ist es wahrscheinlich am einfachsten, öfter Plural zu benutzen. "Alle haben ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache" statt "Jeder hat seine Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache". Oder so. Zwinker
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Haarspalter, Jon, Waldkrauz
Offline Jon
Hafenentdecker

Beiträge: 451
Erhaltenes Lob: 215
   08.05.2014 | 04:13 Uhr
Ja, so seh' ich's auch.
Sprache sollte immer frei und unverkrampft sein. Sie sollte Menschen dazu ermutigen, ihre Gedanken zu formulieren und mit anderen zu kommunizieren. Gefährlich wird's in meinen Augen, wenn der Eindruck vermittelt wird, dass man mit einem gesprochenen Wort zehn andere Wörter gleich mitgesagt hat.
Aber ich geh' auch davon aus, dass Sprachen - organische Wunderwerke, die sie sind - sich immer gegen alles zur Wehr setzen, was sie aufbläht, unlesbar macht und zum Stottern bringt. Daumen hoch!

Außerdem kann ich bei diesem Thema nur eine gedankliche Sackgasse erkennen.
Denn beim "Gendern" wird ganz schön viel Energie darauf verwendet, eine übergeschlechtliche Formulierung in zwei geschlechtliche Bruchstücke aufzusprengen und ein trenndendes "und" oder "_" dazwischen zu setzen. Dann hat man am Ende "100 Ärzte und Ärztinnen", die an einem Kongress teilnahmen - und der Graben ist größer als je zuvor. Sofort stell' ich mir vor, wie wohl ein Arzt und wie wohl eine Ärztin agieren mag. Ich fange unterbewusst an, nach Unterschieden zu suchen.
Schade. Im Nu ist die eine entscheidende Betrachtungsebene verloren gegangen, nämlich jene, die sich auf das Übergeschlechtliche, alle vereinende Merkmal stürzt: Dass die 100 Leute alle echt viel über Medizin wissen.

Ich find's schon richtig bei manchen Themen "heikel" oder achtsam zu sein - da gehört auf jeden Fall auch Sexismus dazu. Aber man sollte seine Empörung und seinen Einsatz dort zeigen, wo tatsächlich Ungerechtigkeiten passieren und nicht nur eine ziemlich belanglose Sprachbesonderheit zum Tragen kommt.

PS: In Sachen Lässigkeit hat's die Homosexuellenbewegung vorgemacht! Durch wenig Hände-Über'm-Kopf-Zusammenschlagen und spielerisches Annektieren wurde ein ehemaliges Schimpfwort ("schwul") komplett entschärft und zum Standard verwandelt. Wenn das mal nicht souverän ist. Cool
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Kubrickian




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