Fernhafen
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   08.08.2015 | 23:27 Uhr


Maggie
Teenager Maggie Vogel (Breslin) wird nach 'ner apokalyptischen verunmenschlichenden globalen Virusinfektion, die sich mittels Körperflüssigkeitsaustausch verbreitet, gebissen/infiziert & flieht in d. Großstadt, eher als ihre Familie zu gefährden. Doch ihr Vater (Schwarzenegger) sucht sie wochenlang, & findet sie letztendlich in 'ner geschlossenen Klinik f. d. 'Zombies' wieder. Er deichselt dass sie nach Hause zurückkehren kann... um mit ihm & seiner 2. Frau (Richardson) bis zur 'Drehung', wo d. Infizierte beginnt nach Menschenfleisch zu gieren, zu leben. Das gestaltet sich natürlich problematischer als gedacht...
Pro-Punkte
  • Der Zombiefilmlaie ist erstaunt über diesen meist vorsichtigen Umgang mit der Zombiewerdung. Gab's schon mal so 'nen Film? Kudos + Hut ab zur Jungschauspielerin Abigail Breslin! Schock
  • Der Gouvernator probiert 'ne mutige Karriere-Wende hin zum n.-lustigen Nicht-Helden! Welche m.E. trotz Hürden* gelingt! Daumen hoch! Zentrales Konzept des Films ist d. grausige Optionslosigkeit der Eltern.
  • Wunderbar, d. jüngere der brit. Richardson-Schwestern - Joely - als brave Stiefmama der Hauptprotagonistin zu sehen.
  • D. Kameraführung wirkt japanisch - öfter gibt's sehr ruhige magische Momente wie in guten Mangas, grafisch konsequente Endzeitstimmung - & ist ungewohnt nah an den Leuten dran. Passt gut zum Thema!
Contra-Punkte
  • (*) Der Film ist manchmal (aber selten) zu pathetisch/pompös.
  • Warum klagt Maggie so selten über ihr Schicksal? Das ist mir 'n Touch zu mannhaft.
Ohne 1 nachdenklich(-machend)e Rezension im US-Radio & Überzeugung 'nes Freundes heute das Fantasy Filmfest in B. zu besuchen, hätte ich diesen Film evtl. verpasst. Gut dass es anders kam! F. Zombie-Fans, aber insbes. auch f. Genre-Anfänger - empfehlenswert!
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Jon
Offline Jon
Hafenentdecker

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   09.08.2015 | 01:45 Uhr
Hey Kub'o!
Nur mal so in die anmutsvolle Stille des FH geflüstert: ich lese all Deine Rezensionen immer sehr gern und aufmerksam! Daumen hoch! Nur weil es meistens eher so Welt-Kino/Indie-Kino/Gelbe-Untertitel-Kino ist (Zwinker), kann ich altes Mainstreamkind nich' so viel beisteuern, außer 'nem Gefällt-Mir-Klick hier und da... Verschmitzt

Da ich selbst zudem fast nur noch Serien sehe - wie war das, der Roman des 21. Jhd.? - mangelt es mir leider auch an sonstigen Beisteuermöglichkeiten in diesem Thread. Neulich sah ich aber "Ex Machina", dem drück' ich hier mal im hastigen Atemzug eine Rate_5 auf!

PS, kleine Korrektur nur: Maggie wird von Abigail Breslin (nicht Preston) gespielt, die bei mir seit "Little Miss Sunshine" einen festen Platz auf der kurzen Liste bewunderter Kinderschauspieler*innen hat...
PPS: Über 'stillere' Zombiefilme könnte ich nochmal einen Moment nachdenken. Ich meine mich zu erinnern, dass es den ein oder anderen Genre-Eintrag gab, der das wilde Gemetzel zugunsten der menschlichen Tragik eines solchen Szenarios beiseite ließ...Denken
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Kubrickian
Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   09.08.2015 | 09:26 Uhr
Danke! Das mit der Abigail hab ich korrigiert.

Naja, dieser Thread ist einfach 1 wo ich solche (Film-) Gedanken ablegen kann. Wenn v.a. du oder auch andere Schweigsamere sie dann hier lesen... fänd ich's angenehm. (Noch angenehmer natürlich wenn sie das auch mal kundtun im Thread - z.B. einfach durch 'n Mögen oder 2. Zahnlos)

P.S.: Was dein Ansehen angeht... finde 'hafenmann sollte n. nur Serien (= bewegte Romane) verschlingen sondern auch mal den 1 oder anderen delikaten/aufrüttelnden Film (= bewegte Kurzgeschichte). Wenn's die bei euch n. im Kino gibt dann evtl. auf eBay oder (irgendwann in Zukunft mal) "strömend". Ersteres könnte ja zu 'ner kleinen "Verleih"-Börse unter Freunden führen - jedeR d. 'nen Film "ausleiht" muss zur Bezahlung 'ne geliebte DVD beisteuern zum digital verwalteten Pool. Teufel -- Ansonsten hilft nur noch nach Cinema City - Berlin - umziehen! Zwinker
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   15.09.2015 | 22:43 Uhr


Gefühlt Mitte 20
Ein Midlife-Paar (Ben Stiller & Naomi Watts), beide im Film-Biz hinter der Kamera, kommt mit der modernen Hektik nicht mehr ganz zurecht. Josh ist außerdem Dokumentarfilmregisseur, der mal Potenzial hatte, es aber seit Jahren nicht mehr ganz zum Abschluss bringen kann; hält aber Seminare darüber. Dort trifft er auf den bewundernden halb so alten Jamie (Adam Driver) & seine sympathische Freundin Darby (Amanda Seyfried in einer sehenswerten Rolle). Die beiden Männer - & daher dann die beiden Paare - lernen sich nach & nach besser kennen; die Älteren können kaum glauben, wie anziehend die Jüngeren auf sie wirken. Aber da steckt evtl. etwas dahinter...
Pro-Punkte In den ersten zwei Dritteln wurde viel gelacht. Endlich Stiller mal wieder in einer Rolle, wo er sein besonderes subtiles Komiktalent einbringen kann. Watts ist furchtbar süß.Contra-PunkteIm letzten Drittel versucht der Film die Kurve in ein ernstes tiefschürfendes Drama hin zu kriegen, inkl. 'grandiosem' Monolog des gefallenen Helden. Schade.
Als Midlife-Plusser schien der Film genau für mich gemacht zu sein. Am Ende war ich aber ein wenig frustriert... Traurig Sehenswert ist's aber! Denk i'! Kritisch

PlusPlus


[Bild: c03fd54ab8b2163bb6a902.jpg]



Wolf Totem
Während Zeiten der Kulturrevolution werden 2 Han-Chinesen in die Mongolei abkommandiert, als Alphabetisierer & Indoktrinierer der noch immer nomadischen Einwohner der mongolischen Steppe. Das Leben dort ist viel härter als erwartet. V.a. haben die Menschen gegen Wolfsrudel zu kämpfen, sind dies aber seit ewigen Zeiten gewohnt, & respektieren die Schlauheit & gelegentliche Zurückhaltung der Wölfe. Lernen von ihnen 'Strategie'. Aber nachdem immer mehr nicht-nomadische Mongolen in die Gegend ziehen, die sich vor den Wölfen ängstigen & ihnen alle Probleme zuschieben, will der chin. Kommissar der Gegend die Wölfe endgültig los werden...
Pro-Punkte Endlich die Verfilmung einer der erfolgreichsten chinesischen Bestseller-Romane der letzten Jahre, immerhin von der franz. Regie-Legende Annaud. Die Außenaufnahmen sind zu 99% visuell unglaublich.Contra-PunkteDie Brutalität & der Nationalismus der Buchvorlage sind hier noch ab & an zu spüren. V.a. wird aber aus dem Film ein zum größten Teil nostalgie-getränktes Plädoyer für die lieben, wilden Wölfe. Drei Schwerpunkte, mit denen gerade ich wenig anfangen konnte, leider.
Das Buch hab ich nach ca. einem Drittel abgebrochen. Ich wollte also den Film mögen. Aber es gelang nicht. Leider!

Plus
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   26.09.2015 | 01:03 Uhr
[Bild: 6f31a7437570981.jpg]



Ricki & the Flash
Eine Rock-Mutter (Streep), die sich so gut wie nie im Leben ihrer jungen Tochter (Gummer) gemeldet hat, tanzt dann doch an als ihr Ex (Kline) andeutet, die Tochter sei nach einer Scheidung nicht sie selbst. Natürlich geht das kaum gut; ihre 2 dazu-kommenden Söhne kommen auch nicht so recht mit dem Mutter-Schreck aus einer anderen Zeit zurecht.
Pro-Punkte Es ist cool Echtleben-Mutter & -Tochter in denselben Rollen im Film spielen zu sehen. Zur zig'sten Selbstneuentdeckung der berühmten älteren Dame ist man außerdem die meiste Zeit baff vor Bewunderung. Die Musik-Einlagen, in denen die Aktrice natürlich selber singt, sind Höhepunkte!Contra-PunkteStreep überzeugt nicht so ganz als wandelnde Rockröhre (stehend & singend dann schon eher); retten tut sie nur der ein oder andere interessante Dialog ihrer emanzipierten Rolle mit ihrer kaputten Tochter.
Der Film langweilt streckenweise. Gut, dass man sich dann mit der tollen Musik von u.a. Profi Springfield (oben links im Bild) ablenken lassen kann. Schauspielerischer Höhepunkt ist Mamie Gummer, die alle Anderen an die Wand spielt.

PlusPlus

(Der dt. Titel war mal wieder zum Gähnen, daher hier nicht zitiert!)
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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   28.09.2015 | 00:37 Uhr
Amy

Amy Winehouse war jemand der ständig die Form brach, in der sie Andere pressen wollten. Daher hier ein non-konformer Beitrag zu dem großartigen Dokufilm Amy von Asif Kapadia, der noch gerade eben in Kinos läuft (& dort gesehen werden sollte!).

Warnung vorab: Wer sich in diesen Film wagt, wird durch eine Emotionsmühle gepresst, wie das selten ein Doku-Film schafft. Am Ende fühlt man sich eher als langjähriger Fan um ein Vielfaches bestätigt, oder ist ein neuer heißer Fan ihrer Musik geworden. Da ich durch diesen Film erfuhr, wie wenig ich von ihr wusste, gehöre ich wohl eher zur zweiten Kategorie.

Am erstaunlichsten ist, was für ein genialer Teenager Miz Winehouse war - selbstbewusst, wortgewandt, betörend/natürlich hübsch. Die spätere ultradünne Figur mit der Löwenmähne gab es damals noch nicht; die schwarzen Kohl-Flügel am Rande ihrer Augen waren selten zu sehen bzw. noch ganz klein.

Durch die körperlichen Unterschiede wird auch klar, was zeitlebens eines ihrer Hauptprobleme war: Bulimie! Die Eltern waren beide zu uninformiert (der Mutter hatte sie das klassische Auskotzen nach jeder größeren Mahlzeit sogar glasklar beschrieben), die Symptome zu erkennen & div. ÄrztInnen haben wohl anfangs geschlafen. Die sie kurz vor ihrem Ende betreuende Ärztin kommt zum Filmende kurz zu Wort, dass sie Amy gewarnt hatte, dass ihre Herzstörungen als Folge ihrer früheren Bulimie dann zu einem Herzstillstand führen könnten, wenn sie wieder Alkhol in wesentlicher Menge zu sich nehme; Amy hörte leider nicht auf sie.

Emotional - deutet der Film an - haben sie 2 Männer im Kopf vergewaltigt: Zum Einen der "Prinz von Camden" Blake Fielder-Civil, der sich ständig unzivilisiert und eigensüchtig verhielt, sie fallen ließ als klar war dass sie ihn vergötterte, als sie noch Sternchen in der Londoner Musikszene war, dann plötzlich wieder an ihrer Seite auftauchte als sie mit der Platte Back to Black berühmt wurde, sich dann scheiden ließ um sie zu heiraten, mit ihr(em Geld) dann aber zweisame Drogen-Binges veranstaltete, natürlich auch mit harten Drogen wie Heroin & Crack. Was für ein durchwachsenes Arschloch! Zornig Amy blieb ihm treu bis zu dem Zeitpunkt, wo er mal wieder meinte, er könne sie medial effektiv fallen lassen, aus dem Gefängnis heraus, wo er einsaß, weil er bei der Drogenbeschaffung kriminelle Energie gezeigt hatte.

Der 2. war ihr Vater - evtl. nicht ganz so gierig am Anfang, als er Amys Mutter mit einer Anderen betrog als Amy anderthalb Jahre alt war, und danach einfach nicht mehr anwesend war, obwohl er noch 9 Jahre lang mit der Familie wohnte. Später aber bestand er darauf, dass sie eine US-Tour angehen sollte, obwohl alle Ärzte, die Mutter & 2 beste Freundinnen Amys es verboten. Amy hörte nicht auf ihn, obwohl sie auch ihn, der nun nach ihren ersten geldträchtigeren Erfolgen als Sängerin auf einmal viel mehr Zeit für sie hatte, vergötterte.

Letztendlich aber hatte Amy von Anfang an gewarnt: Sie war an der Musik interessiert, und nicht am Ruhm. Sie meinte mehrmals, dass sie einen Zustand von Weltruhm wahrscheinlich nicht aushalten würde. Und hatte Recht. Bei ihrem letzten Konzert in Serbien, wo sie praktisch hin "gekidnappt" wurde von der Crew um ihren Vater, obwohl sie mehrfach abgelehnt hatte, saß sie deshalb am Ende so abgeklärt lächelnd auf der Bühne, weil es für sie einfach nicht mehr ging, & nun nicht mehr wichtig war.

Einen Grund, warum die klassische Popkarriere nicht in Amys Fall ging, macht der Film auch visuell klar: Sie passte einfach nicht in die normale Form eines Popstars; die Schutzflügel um ihre Augen wurden immer größer, der Tätowierungen an Armen & Torso immer mehr. Aber das alles schützte nicht vor dem gierigen Mediengewitter, dass die Bewohnerin der dekorierten Haut in den letzten Jahren ihres Lebens ständig verfolgte. Einige der im Film benutzten Sequenzen stammen ganz offensichtlich aus den Kameras solcher super-abgebrühten Paparazzi. Die ja nicht all zu lange davor wohl auch eine andere große Engländerin, Prinzessin Di, auf dem Gewissen hatten & bis heute haben.

Aber der Film präsentiert die Sequenzen einfach, genau wie die Bilder aus Amys noch sorgloserer Jugend. Und wird damit zum Spiegel, der uns, den Konsumenten ihres Mythos, vorgehalten wird. Tot

P.S.: Habe gleich mal mit Kauf ihres letzten Tracks angefangen - "Body & Soul", ein Duett mit ihrem großen Vorbild, Tony Bennett. Musik

Anklicken, um Bild auf Originalwebsite anzusehen

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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   11.10.2015 | 23:35 Uhr
[Bild: magie-der-moore-trailer-2-deutsch-hd-919470.jpg]



Magie der Moore
Dokumentation von Jan Haft über Flora & Fauna der ständig schrumpfenden dt. Moorlandschaften - eine der wenigen Urlandschaftstypen des Planeten, die also seit Jahrtausenden (!) vor sich hin gedeihen - bis der Mensch sie austrocknet und "urbar" macht.
Pro-Punkte Bildlich perfekt, mit vielen erstaunlichen Geschehnissen/Erklärungen! Plus immer wieder aufwändigen Zeitraffersequenzen... Die Stars sind die besonderen Pflanzen wie z.B. Sonnentau & Wollgras. Schock Musikalisch passend untermalt mit eigens dafür komponiertem eher klassischem Sound & Gesang.Contra-PunkteDas wiederholte - sicherlich wahre - Erwähnen des Themas Kohlendioxidspeicherung (das u.a. dazu führen soll, dass man entspr. Zertifikate vom Hauptgeldgeber kauft). Das Fazit am Ende sagt ja selbst aus, dass das nicht der einzige Grund sei, die Moore zu retten.
Eine ganz andere Kinoerfahrung als die übliche. Und Demonstration, wie dumm jahrhunderte-alte menschliche Vorurteile sein können - sogar der Trailer spielt anfangs noch damit: Das o so gruselige Moor! Still Peinlich Nicht im Kino verpassen!

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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   01.11.2015 | 01:40 Uhr


Alles steht Kopf
Wie bei allen Lebewesen - behauptet der Film - müssen die 5 Grundemotionen, also Wut, Kummer, Furcht, Freude, Ekel, im Kopf der 12-jährigen Riley mit bemerkenswerten Ausnahmelagen zurecht kommen; aktuell damit, dass sich bei ihr im Leben gerade alles ändert. Denn die Familie zog berufsbedingt in eine neue Stadt um. Wirklich ernst wird es aber erst als 2 der 5 Steuerer der internen Zentrale sich aus Versehen aus dieser hinaus katapultieren, und nun jenseits des dunklen Abgrunds der verlorenen Erinnerungen einen Weg finden müssen, wieder in die Zentrale zurück zu kehren; damit Riley aus ihrem depressions-artigen Zustand heraus findet.
Pro-Punkte Spannender Nicht-nur-Kinderfilm, der wirklich Neuland betritt, & damit bisher auf der Leinwand unbekannte Visten erforscht. Man macht sich nach dem Abspann wahrhaftig Gedanken über dieses 'innere' Modell, das der Film darstellt: Sind Emotionen wirklich das Hauptsteuerungselement eines jeden Lebewesens? Ist also die Ratio & das Sinngebende beides nur optional?Contra-PunkteFür Kinder teilweise fast ein wenig zu gruselig. Oder zu abgehoben. (Letztere Teile für Erwachsene - insbes. Psycho-Interessierte - umso spannender.)
Der Wortwitz ist im Original treffsicherer - 'Gedankenzug' bringt einfach nicht so viel Chuzpe wie 'train of thought'. Auch der Orig.-Titel ist in dem Sinne viel besser, wie so oft - INSIDE OUT. Applaus jedenfalls für Regisseur & Haupt-Plotter Pete Docter. Gelungene & innovative (!) Sache!

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[Bild: alles-steht-kopf-foto-disney-pixar-1.jpg]
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Jon
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   12.12.2015 | 14:53 Uhr
[Bild: Pieter_Bruegel_d._%C3%84._007.jpg]



Die Mühle und das Kreuz
Docutainment basierend auf dem visuellen Impakt und dem Inhalt von Bruegels Klassiker 'Die Kreuztraging Christi' (oben), der zwar den typischen Kreuzweg darstellt, aber in einer belgischen Umgebung, damals - Mitte 16. Jahrhundert - unter dem Joch der Spanier. Bruegel selber tritt auf (toll gespielt von Rutger Hauer - neben Charlotte Rampling als Mutter des Messias).
Pro-Punkte Unglaubliche Bilder! Es wird von Anfang an klar, dass der Film IM GEMÄLDE spielt; noch klarer wird das, als gen Filmende der Kamerafokus sich aus dem Bild ins Museum zurückzieht! -- Außerdem ist das Sound Editing großartig - teils muss man lachen, teils mitsummen, es gibt KEINE Hintergrundmusik!Contra-PunkteEinigen Leuten wird das christliche Thema auf den Keks gehen, oder die stellenweise Brutalität. Aber gerade Letztere ist das Hintergrundthema des Films...
Ein unerwarteter Fund - und den Film gibt's schon seit 4 Jahren. Aber wohl erst jetzt in dt. auf DVD... (Und ich wusste vorher wenig bis nichts von dem Bild & der historischen Zeit - dass also z.B. die roten Reiter Spanier sind.)

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Offline Kubrickian
Wortkapitän

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   13.12.2015 | 22:19 Uhr


Top 5
Ein ehemaliger 'stand-up'-Komiker (Chris Rock höchtselbst) ist inzwischen erfolgreicher Schauspieler, & damit reich, geworden. Bzw. er war mal erfolgreich, denn zuletzt trat er in einer Reihe von Filmen auf, in denen er immer nur ein riesiges Bärenkostüm trug, & das sprechende pelzige Rauhbein gab. Daher drehte er nun einen 'ernsten' Film über die Befreiung Tahitis, wo er tausenderweise Weiße mit einer Machete niedermetzelt. Nun steht ein Interview darüber mit einer hübschen Reporterin (Rosario Dawson!) an, leider von der Zeitung also, von der er seit ewigen Zeiten immer nur verrissen wird...
Pro-Punkte Einige Szenen sind schön wild, und die Romantikszenen mit der umwerfenden Ms. Dawson überzeugen.Contra-PunkteLeider ist auch dieser Film wieder mal etwas inzestiös geworden - Rock schrieb ihn, Rock führte Regie. Trotzdem sicherlich eines seiner gelungensten Stücke, wenn auch teilweise etwas arg/ekelhaft pornografisch.
Man würde der großartigen Ms. Dawson mal einen richtigen Mainstream-Knaller wünschen, mit dem sie sich so richtig in die Gehirne jeglicher Zuschauer brennt. Dann kann sie immer noch diese Indie-Versuche fort-geschrittenen Humors exerzieren... Schade!

PlusPlusPlus (v.a. wg. der Teilnahme der oft aufs falsche Pferd setzenden Miss D., sonst wäre es ein Plus weniger geworden...)
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